Mit dem Achimer Peter Schüler gibt es seit knapp einem Jahr ein Mitglied in der Tischtennis-Abteilung, der an Parkinson erkrankt ist. In Deutschland gibt es mittlerweile eine große Community von Parkinson-Erkrankten, die Tischtennis spielen – denn Tischtennis ist eine ideale Therapie gegen diese Krankheit. Damit mehrere Betroffene davon profitieren, möchte die Tischtennis-Abteilung des TSV Uesen mit Spartenleiter Dennis Meinken ein neues Angebot schaffen: Regelmäßig samstags, ab dem 27.09.25 von 15:30 – 17:30 Uhr bietet die Sparte eine offene Spielmöglichkeit in der Turnhalle der GS Uesen insbesondere für Parkinson-Erkrankte. Aber auch andere Menschen mit Beeinträchtigungen oder einfach nur Hobbyspieler*innen können dieses Angebot des Vereins wahrnehmen. „Es gibt leider noch zu wenige PingPongParkinson-Standorte in Deutschland. Bisher mussten die Spieler*innen aus der Region nach Sottrum oder Bremen fahren“, bedauert Spartenleiter Dennis Meinken. „Wir möchten mit dem Standort Uesen eine weitere Möglichkeit anbieten.“
Mit Peter Schüler hat die TT-Sparte einen Parkinson-Betroffenen in der Abteilung, der das Angebot federführend leiten wird und Ansprechpartner vor Ort ist. Weitere Infos erteilt Abteilungsleiter Dennis Meinken, Tel. 0179-5350289 oder tt-uesen@web.de
Tischtennis als Therapie gegen Parkinson – Betroffene spielen sich ins Leben zurück.
Peter Schüler spielt erst seit wenigen Jahren Tischtennis, aber der Sport hat bereits eine wichtige Rolle in seinem Leben eingenommen: Er trainiert fleißig und nimmt national und international an Wettkämpfen teil. Neben den Deutschen Meisterschaften im Frühjahr geht es für ihn im Oktober zu den Weltmeisterschaften nach Italien. Im vergangenen Jahr, nach der WM in Slovenien, kam er aus der „Lucky Loser“ Runde mit zwei Silbermedaillen nach Hause.
„Ich weiß es noch wie heute“, erinnert sich Peter Schüler an die Anfänge der Krankheit, deren Symptome er lange ignorierte. „Es war ein Freitag im Wonnemonat Mai 2011, meine Zwillinge sollten am nächsten Tag konfirmiert werden. Alle freuen sich, alle sind aufgeregt – nur ich schleiche wieder durch die Gegend, als hätte ich Blei unter den Füßen. Der rechte Arm will auch nicht mehr so richtig mitschwingen. Na ja, was soll’s, ich habe ja nachher noch einen Termin beim Neurologen. War ich übrigens noch nie. Warum auch? Der besagte Arzt Er teilte mir mit, dass ich wohl Parkinson hätte. Durch einen Radiologen kam die Bestätigung, dass es ist nichts Schlimmeres sei. Parkinson wird in der Regel dadurch festgestellt, dass man im Ausschlussverfahren die Krankheit herleitet. Sie ist nicht tödlich, nicht ansteckend, bei manchen Menschen schmerzhaft. Aber die Krankheit schreitet gnadenlos und unaufhörlich voran. Nach den ersten ca. fünf Jahren kommt meistens noch ein Leistungsknick nach unten hinzu. Ungefähr 15 Jahre später, also heute, muss ich sagen, dass die Krankheit nicht gnadenlos zu mir war. Ich habe in der Zwischenzeit in meinem Kopf eine THS (Tiefe Hirnstimulation) bekommen. Dadurch nehme ich weniger Tabletten. Nach wie vor zittern meine Hände nicht. Die Stimme ist leise und verwaschen. Der Gang, ja der Gang, ein schwieriges Thema. Die Fachleute nennen es Freezing, die Bewegung friert ein. Die Forschung ist dran.“
In Deutschland, und eigentlich weltweit, hat sich eine Community gebildet, in der sich rund 3000 Mitglieder unter www.pingpongparkinson.de vernetzt haben. Die Mitglieder wissen häufig, wie es den anderen geht und sie helfen einander. „Diese Fürsorge und dieses Miteinander ist einzigartig“, betont Peter Schüler, „so etwas habe ich jedenfalls noch nicht ansatzweise in der Art erlebt.“ Einen eben solchen Umgang wünscht sich Peter Schüler beim TSV Uesen untereinander. Er möchte in Würde altern und ein wenig Tischtennis spielen, oder wie er sagt: „Na ja eher Ping Pong spielen, das klingt harmloser und nicht so Leistungsorientiert, denn wir sind hier im Breitensport.“


